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Lehnert Agentur Charly Lehnert * Agentur & Verlag * Saarland                

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Charly Lehnert * Kolumne

Charly Lehnert ist Redakteur des Saar-Lor-Lux-Magazins
EuroSaar
das im Propos Verlag Bexbach erscheint.
In diesem von Gabriele Bayer herausgegebenen Magazin  
veröffentlicht er regelmäßig Beiträge zur Regionalkultur des Saarlandes,
Glossen und Kolumnen.

Auf dieser Seite veröffentlichen wir wechselweise seine Kolumnen zu
aktuellen Themen, die in dem Magazin EuroSaar im Propos Verlag
oder dem Magazin
Nemmmeh dehemm
im Lehnert Verlag erschienen sind.

Charlys Glosse

Das saarländische Geheichnis

Egal wie man es nennt, Geheichnis, Gehächnis, oder Geheuchnis, in Südwestdeutschland ist dieser Ausdruck verbreitet, hauptsächlich im Hunsrück, aber auch im Saarland. Ich will es auf einen Nenner bringen und wähle für unsere Region in diesem Buch das rheinfränkische Wort Geheichnis. 

Was drücken wir mit diesem Begriff aus, der zwischen Hochdeutsch und Mundart seinen Platz hat und sich vermutlich von Hegen und Pflegen ableitet. Auch von Gehege? Mein Geheichnis, das ist für mich ein Ort, an dem ich zu Hause bin, an dem ich nicht allein bin, den ich als meine Heimat empfinde. 

Wer viel und oft auf Reisen unterwegs ist, der empfindet schwerlich Heimatgefühle, manchmal aber gerade deshalb. Ich habe durch Reisen viele Länder der Erde kennen gelernt, andere Städte, Menschen, Kulturen und Religionen. Das ist bereichernd und faszinierend. Dehemm war ich und mein Geheichnis hatte ich immer im Saarland, denn mein Spiel- und mein Standbein brauchen Boden unter den Füßen. Auf die Frage „Wo ist deine Heimat?“ antworte ich: „In Europa, im Saarland, in Deutschland“, in dieser Reihenfolge. Denn ich habe gelernt, über den saarländischen Tellerrand hinaus zu blicken, das Saarland nicht nur von innen, sondern auch von außen zu sehen. 

Wir sollten es zugeben: ein bisschen anlehnungsbedürftig sind wir alle. Wir brauchen überschaubare Räume um uns wohlzufühlen, verlässliche Partnerschaften und Freunde. Denn wir fühlen uns nicht auf Flächen zu Hause, sondern in schützenden Ecken und Nischen. Dort empfinden wir Nähe und Geborgenheit, in Gemeinschaften, an Orten und bei Menschen zum Anlehnen. An das Saarland kann man sich anlehnen. Als Saarländer, als Besucher und als Gast des Landes. Denn es hat viele Geheichnisse. 

Einige davon, die ich erlebt, erfahren und gefunden habe, stelle ich in unterschiedlicher Weise vor, als Ganzkurzgeschichten, Erzählungen und Glossen. Diese sind an unterschiedlichen Orten im Saarland entstanden, an denen ich kürzere und längere Zeit gewohnt, gelebt, gearbeitet habe und wo ich zusammen mit meiner Frau gerne heute noch bin. Es sind Erlebnisse, Erfahrungen und Beobachtungen, die ich der mir eigenen Weise verarbeite. Mit meinen Geschichten will ich unterhalten, Hinter- gründe und Zusammenhänge schildern, mal plaudernd, mal kritisch, zumeist von eigener Sicht geprägt und fast immer, so halte ich es gerne beim Schreiben, mit einem Augenzwinkern. 

Meine rheinfränkische Mundart als eine der von mir gesprochenen Sprachen habe ich bewusst in meine Texte hie und da eingebunden. Für die Schreibweise wählte ich eine Form, die sicherlich über die Genzen des Saarlandes hinaus gut lesbar ist. Zusätzlich würzte ich sie durch Randbemerkungen meiner Frau Ria, die zumeist die Dinge auf den Punkt bringt und die ich in meinen Texten, ebenso wie die meisten Saarländer, in liebevoller Verbundenheit „Meins“ nenne. 

Die grenzüberschreitenden fränkischen Mundarten, die wir Saarländer und unsere Nachbarn sprechen, sind als Bauchsprachen oft ausdrucksstärker als Hochdeutsch und ein gutes Stück Heimat. Zu ihrem Gebrauch neben Deutsch und anderen erlernten Fremdsprachen sollten wir selbstbewusst stehen. Denn in den Sprachen unserer Heimat können wir auch Geheichnis finden. Denn das Herz schlägt nicht im Kopf. 

Für die Bücher „Das saarländischen Geheichnis“ wählte ich so viele Ganzkurzgeschichten, Erzählungen, Glossen und kleine Bebilderungen aus, dass ich alles in zwei Bände packen musste, die sich gegenseitig ergänzen und, wie ich meine, bei denen der eine nicht ohne den anderen sein kann – wie Kopf und Bauch. 

Copyright: Charly Lehnert, Saarbrücken

 
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